Wird 1704 im Kirchenbuch zu Limmer erwähnt. Eigentlich "Kreckbaum". Er und Catharina Rissau haben zunächst 3 Mädchen , 1 Junge stirbt nach einem Jahr. Erst dann wird 1718 Johann Rudolph Kreibohm geboren.
Nr. 5 Hof Kreibohm
Nicht nur die Nähe zum Hof Rissau läßt es möglich erscheinen, daß der Kreibohmsche Hof aus dem ersteren hervorgegange n ist, sondern vor allem die Tatsache, daß der zugezogene, im Kirchenbuch erstmals 1704 erwähnte Hans Kreibohm (Kreckba um) eben in diesem Jahr Catharina Rissau heiratet. Sie bekommen zunächst drei Mädchen, das vierte Kind, ein Junge, stir bt nach einem Jahr, doch der 1718 geborene Johann Rudolph kann nach seiner Heirat 1739 den Hof übernehmen. Als seine Mu tter 1746 verstirbt, heiratet der 69jährige Vater 1748 noch einmal, und zwar die 51jährige llsa Engel Lochte aus Hohenb üchen. Der erste Kreibohm wird 1761 vom Tode abgerufen, sein Sohn stirbt schon ein Jahr später, doch dessen zu diesem Z eitpunkt 22jähriger Sohn Johann Heinrich wird als Hoferbe bereits angetreten sein, denn er heiratet 1763 Dorothea Marga rete Heinemann, eine Tochter vom späteren Schaper-Hof.
Mit diesem Kreibohm beginnt auch eine Vornamentradition, denn von jetzt an trägt der Erstgeborene u. a. immer den "Hein rich" mit im Namen, so daß die Buchstaben "H K" im heutigen Hoftor schon lange Gültigkeit haben. 1764 wird Johann Heinr ich geboren, der bei seiner Hochzeit 1791 noch Hof-Großknecht ist und während der turbulenten französischen Besetzung u nter Napoleon I. Kotsaß ist.
Von seiner Schwester Johanne weiß Ida Alpheus, die mit ihrem Mann Otto den Kreibohmschen Hof zuletzt führte, zu bericht en:
Johanne Kreibohm war bekannt als Hanne-Vase (Base). Sie arbeitete in der Franzosenzeit um 1810 als eine Art Dorfhelferi n und führte den Haushalt bei Familien, wo gerade ein Kind geboren war oder jemand krank darniederlag, nicht nur in Lim mer, sondern auch in den Dörfern der Umgebung. Da die französischen Soldaten beim "Organisieren' von Nahrungsmitteln ni cht kleinlich waren, hat sie ihre Kinder vor dem leeren Speisekammerschrank oft mit den Worten schlafen geschickt: "Kin der, heute abend müßt ihr hungrig zu Bett. Der Franzmann ist am Schapp gewesen.gewesen."
Aus der Ehe dieses Heinrich Kreibohm mit Marie Elisabeth Michaels aus Eberholzen gehen acht Kinder hervor, fünf Mädche n und drei Jungen, von denen einer kurz nach der Geburt stirbt, die beiden anderen aber über Jahrzehnte zwei Höfe in Li mmer leiten, der jüngere Johann Anton Heinrich Conrad den Kreibohmschen, der ältere, schon erwähnte Friedrich den Albre chtschen, nachdem er die Witwe Albrecht geheiratet hat.
Unglück kommt über die nächste Generation. 1854 stirbt Conrad Kreibohm, der über seine Frau Justine, geb. Bode aus Eims en, mit den Kotsassen vom heutigen Schaper-Hof, vom Klages-Hof und vom Züchner-Hof verschwägert ist; sein Sohn Johann H einrich heiratet ebenfalls eine geborene Bode aus Eimsen. Im Dezember legt eine Feuersbrunst den Kreibohm-Hof und den v om Nachbarn Bode in Asche. Der Brand begann bei Bode durch warme Asche, die damals in Behältern aufbewahrt wurde. Man d eckte sie mit Aschelaken ab, goß Wasser darauf und benutzte später die so entstandene scharfe Lauge zum Waschen. Leicht sinniges Hantieren mag zu dem Feuer damals geführt haben.
Noch heute kann man über dem alten, beim Abriß der Scheune 1973 ausgebauten, restaurierten und wieder aufgerichteten
Scheunentor am Hause Alphéus den Spruch lesen:
Gott schluch uns eine harte Wunde den
16. Dezember in der 16. Stunde 1856
die große Feuersgluth hat verzehrt
in kurzer Stunnde unser Hab und Gud.
Heinrich Kreibohm Johanne Marie Kreibohm
Anno 1857 Geb.Bode
Es ist dies eine der wenigen überlieferten Gebäudeinschriften in Limmer, sicherlich die am schönsten restaurierte. Si e sagt zum Schluß aus, daß der Wiederaufbau schon im folgenden Jahr erfolgt, der Hof erblüht neu. 1895 wird ein Scheune nanbau und ein Göpelschuppen hinzugefügt, der Sohn Heinrich Ludwig August heiratet Louise Marie Steins aus Lübbrechtse n und übernimmt als letzter Kreibohm den Hof, denn die Ehe bleibt kinderlos. Ein Hofübergabe-, Leibzuchts-, Abfindungs - und Ehe-Kontract besiegelt das Ereignis. Als Leibzucht lassen sich die Eltern u. a. zusichern:
Jährlich 40 Himten Roggen à 50 Pfund, 12 Himten Weizen à 50 Pfund, 40 Himten Eßkartoffeln à 50 Pfund, ein fettes Schwei n, welches hakenrein 250 Pfund wiegen muß, wöchentlich 3 Pfund Butter oder dafür 3,60 Mark nach Wahl der Leibzüchter, t äglich 2 Liter Milch, vierteljährlich 2 1/2 Schock Eier, den dritten Theil von sämmtlichen Obste, ein Drittel des Garte ns beim Hause, freies Brennholz, welches gespalten sein muß, freien Arzt und Arzenei in Krankheitsfällen, sowie freie A ufwartung und freies Begräbnis, freie Wäsche und Bleiche, vier malige jährliche freie Stellung eines Fuhrwerks mit Knec ht zum Besuch der Verwandten, vierteljährlich 75 Mark Taschengeld für beide Abgeber.
Im Abfindungsteil wird erwähnt, daß die drei Schwestern des jungen Heinrich Kreibohm "a. Louise, verehelichte Beulshaus en, b. Auguste, verehelichte Dehne, c. Johanne, verehelichte Lühr" je 3000 Mark erhalten und noch einmal je 1000 Mark b eim Tod der Eltern. Im Ehecontract finden wir, daß die elternlose, unverehelichte Marie Steins aus Lübbrechtsen als Bra utschatz die Summe von 9000 Mark in die Ehe bringt, auszuzahlen nach testamentarischer Bestimmung ihres weil. Vaters vo n ihrem Bruder August Steins, außerdem zwei Betten, Koffer und Leinenzeug'.
1897 erhält Heinrich Kreibohm "nach Bezahlung des Bürgerrechtsgewinngeldes und nach Ableistung des folgenden Bürgereide s: "Ich gelobe und schwöre einen Eid zu Gott dem Allmächtigen und Allwissenden, daß ich die nach der Stadt-Verfassung u nd den Gesetzen mir obliegenden Pflichten als Bürger gewissenhaft erfüllen und den vorgesetzten Behörden, namentlich de m Magistrate, Gehorsam leisten will. So wahr mir Gott helfe und sein heiliges Wort!" das Bürgerrecht der Stadt Alfeld.
Die in der Abfindung von 1895 an erster Stelle aufgeführte Schwester Louise spielt dann eine wichtige Rolle, als Heinri ch Kreibohm
den Hof aus Altersgründen nicht mehr bewirtschaften kann und will. Sie hat sich in Kreiensen mit dem Halbspänner Karl A ugust
Beulshausen 1889 verheiratet. 1894 wird die Tochter Ida geboren. Sie geht später die Ehe mit Otto Alphéus aus Erzhause n ein, und als in Limmer keine Erben für den Kreibohmschen Hof da sind, bekommen sie ihn von ihrem Onkel 1934 übertrage n und
bewirtschaften ihn bis zum Beginn der 60er Jahre. Doch weil auch die Alphéus-Ehe kinderlos bleibt, wird die Landwirtsch aft
eingestellt, die Landflächen werden verkauft und verpachtet. Frau Ida Alphéus lebt als zur Zeit älteste Einwohnerin Lim mers noch heute auf dem ehemaligen Kreibohmschen Hofe.
(Verfasser: Roland Kernchen, o.J.),